Am Dienstag, den 11. Oktober war es endlich soweit. Gegen 21.00 Uhr verließen wir mit dem gecharterten Bus Mellen in Richtung Gardasee. Nach einer langen und für viele anstrengenden Nachtfahrt durch die Schweiz erreichten wir am 12.10. kurz vor Mittag unser Hotel in Arco bei Riva. Bereits am frühen Nachmittag trafen sich alle teilnehmenden Chöre am Kongresszentrum, um von dort in einem bunten Umzug – wir hatten die Deutschlandfahne und ein paar Deutschland-Wimpel dabei – durch die Stadt zum Rathausplatz zu ziehen. Dort wurden wir von Rivas Bürgermeister und dem Vorsitzenden des Künstlerischen Komitees Prof. Dr. Ralf Eisenbeiß begrüßt und willkommen geheißen. Nach diesem ersten kleinen Eindruck von Riva ging es zurück zum Hotel, um dann anschließend nach dem Abendessen die Eröffnungsfeier im Auditorium St. Giuseppe miterleben zu dürfen. Bei den Darbietungen der auserwählten Spitzenchöre wurde uns erstmalig bewusst, in welcher Liga wir da mitspielen durften. Allein die Berechtigung, sich hier mit derart exzellenten Chören aus aller Welt messen zu dürfen, hatten die bisherigen Mühen gelohnt. Der nächste Tag stand zur freien Verfügung. Fast alle nutzten die Gelegenheit, mit dem Bus am Gardasee entlang zu dem Städtchen Sirmione zu fahren. Die dortigen Ausgrabungen lassen auf einen Handelsort aus der alten Römerzeit schließen. Auf der Hinfahrt machten wir in Garda einen Abstecher zum dortigen Soldatenfriedhof, auf dem der im 2. Weltkrieg gefallene Bruder unseres Sangesbruders Josef Rüth beigesetzt ist. Sicherlich für viele eine bewegende Begegnung mit unserer Vergangenheit und ein nachhaltiger Eindruck, als wir dem Gefallen zu Ehren auf der imposanten Friedhofsanlage das Lied „Agnus dei“ sangen. Zurück in Arco hatten wir kaum Zeit uns für das Sakrale Begegnungskonzert in der  St. Maria Assunta Kirche  vorzubereiten. Mit unseren Liedvorträgen:     ,Rock my soul wussten wir die Zuhörer in der Kirche so sehr zu begeistern, dass sie beim letzten Lied sogar rhythmisch mitklatschten. Nach der Stellprobe am nächsten Morgen wurde das für den frühen Nachmittag angesetzte Einsingen im Hotel noch einmal intensiv genutzt. Hoch motiviert und konzentriert und mit den besten Wünschen unserer Partnerinnen betraten wir dann die Bühne im Auditorium. In unserer Kategorie waren wir der erste Chor, der sich den Juroren stellen musste. In der Reihenfolge: Ring of fire,  We’ll fly you to the promised land, spulten wir gekonnt und fast fehlerfrei unser Programm ab. Auch hier konnten wir so viel Stimmung erzeugen, dass neben den Zuhörern auch die Jury bei dem Lied: „Rock my soul“ rhythmisch mitklatschte. Für uns ein Hinweis dafür, dass wir zumindest die angestrebte Bronze- Medaille erhalten könnten. Doch auf die Entscheidung mussten wir noch lange warten. Diese wurde erst in der Schlussveranstaltung am nächsten Abend bekannt gegeben. Den nächsten Tag konnten wir dann ganz entspannt genießen. Fast alle waren an Bord, als das Schiff in Riva ablegte und Malcesine ansteuerte. Dort war ein 3-stündiger Aufenthalt eingeplant. Diesen nutzten einige zum Stadtbummel oder zum Einkaufen; andere ließen sich mit der Seilbahn auf den Monte Baldo bringen, um dort oben bei herrlichem Wetter die wunderbare Sicht auf den Gardasee und die schneebedeckten Berge zu genießen. Auf der Rückfahrt wurde in der Nähe von Arco ein Weingut angesteuert. Am Abend wuchs die anhaltende Spannung auf das Bewertungsergebnis. Im vollbesetzten Auditorium wurden dann, nachdem die besten Chöre in ihren Kategorien den begeisterten Zuhörern ihr Können noch einmal eindrucksvoll präsentieren durften, die Ergebnisse bekannt gegeben. Unser Dirigent nahm unter lautstarkem Jubel für uns die Bronze-Medaille, Level 10 in Empfang. Eine Auszeichnung, auf die wir alle zu Recht stolz sein können; dies umso mehr, wenn man bedenkt, dass nur 0,4 Punkte gefehlt haben, um Silber zu erhalten. Mit diesem Erfolg und der damit verbundenen Bestätigung, dass wir mit auserlesenen Chören aus aller Welt mitreden bzw. mitsingen können, haben wir unter Beweis gestellt, dass wir eine harmonische Chorgemeinschaft sind. Unser ausgewogener Chorklang und die Tatsache, dass sich unser relativ alter Chor an derart modernes Liedgut heranwagt und noch dazu durch Dynamik und Rhythmik das Publikum zum Mitmachen bewegen kann, hat offensichtlich die Jury überzeugt. Den Hauptanteil daran hat unbestritten unser Dirigent Heinz-Dieter Baumeister. Die Vorstellung einer Teilnahme an der Sängerolympiade 2008 war-  nach diesem Erfolg - Thema auf der Rückfahrt im Bus, der uns alle (insgesamt 67 Teilnehmer) heil und gesund am 16.10. nachts gegen 24.00 Uhr in Mellen wieder absetzte.